Ich brauch Esel - ich will ne Eselsbrücke zum Mond bauen!
Es war einmal im munteren Frühhochsommer, es war Montag und Morgen zugleich - und wir hatten wieder Schule. Davor lagen zwei Wochen Ferien, welche die meisten aus unserer hochtalentierten Stufe sinnvoll nutzten. Benny war Mopped fahren in Frankreich, Jutta entdeckte ihren Traumjob nach dem Abi und war gleichzeitig Küchengehilfin, Malek spielte Fußball und reiste mit Hakan durch die Großstädte NRW, während Tobi zur selben Zeit die Jungs auf der Center-Stage vom Rock am Ring anhimmelte. Außerdem gibt's noch unsere Karrierefrau Anne, die stilecht in der dicken BMW Limousine ans BMW-Werk gefahren wurde, um beim gleichnamigen Autokonzern ein Praktikum abzusolvieren. Auch Sabrina Guse wollte ein wenig Zukunftsluft schnuppern und genoss die Männerdominanz in einer friedichen Zahnradfabrik bei Friedrichshafen.
Okay, soweit die Einleitung, es folgt der Hauptteil: Wie bereits angedeutet waren die Ferien vorbei und zu meiner Freude alle wieder gesund in unserer Bildungsstätte eingetroffen. Ich kam pünktlich zum Läuten, um nicht unnötig Zeit in der Schule zu verschwenden. Kaum war ich die Treppe oben, traf' ich auf die ersten Paraklassenmitschüler, die jedoch recht verschlafen wirkten. Dahinter stand meine VBRW-Reihe, die coolste VBRW-Reihe schlechthin, die mich dann kurz begrüßten und mich voller Imbrunst darauf hin wiesen, dass ich doch meine Sock'n etwas weiter herunterzieh'n sollte. Sie meinten, es würde cooler kommen, wenn ich jetz schon so ne coole, neue Hose hätte, also verlies ich mich auf den Rat des Moderats - und wir marschierten los Richtung Klassenzimmer. Da gab's dann zuerst mal die schon fast vergessene bzw. verdrängte VBRW-Klassenarbeit aus schlechteren Zeiten zurück. Für manche Lernwunder wie Sabrina war's mit 13 Punkten eine relativ guse Arbeit, da konnte ich mit meinen 6 Punkten nicht mithalten. Nach 90 Minuten und noch öfterem auf-die-Uhr-schauen, mussten wir feststellen, dass die Zeit einfach nicht vergehen wollte. Gott sei Dank erhörte man unsere Gebete und die frohe Botschaft von unserem Erlöser im Lehrergewand schallte, duch den Raum - wir hörten 5 Minuten früher auf. Ich war noch kurz bei der Bank, musste noch was beim Schuldenberater unterschreiben. Kaum zurück tarf' ich auf Lady-Little-Sexy-Selg, die mich stürmisch mit einem lachen entegegen kam. Natürlich werd' ich nicht ohne Grund angelacht, denn ich sollte ihr was mitbringen. Der Konjunktiv ist kein Zufall, ich musste feststellen, ich hatte ihr Handout, insgesamt 20x zwei Seiten im morgentlichen Streß vergessen. Wir überlegten und kamen auf die wildesten, verrücktesten Ideen, bis mir einfiel, dass ich in der kommenden Fima-Doppelstunde die 5 Sterne inkl. Internetzugang gebucht hatte und druckte dort das Handout aus und überreichte es ihr in der Pause. Okay, gibt spannendere Dinge zum Lesen, aber das waren so die erzählenswerten Dinge von drei Schulstunden und Pause. Es folgte das Fach FiMa, in welchen Mr. Manuel Bulander und der Versicherungsvertretersohn Christoph ihre Referate zu spannenden Themen wie Fonds vortrugen. Darauf gab's geballte, physikalische Power, verpackt in zwei Schulstunden im Raum neben dem Aufenthaltsraum. Ist nicht mein Lieblingsfach, aber nachdem ich hörte, dass wir keine Klassenarbeit mehr schreiben und die 6. Stunde ausfiel, stieg die Stimmung im Kreis meiner Mitschüler spürbar an. So war's auch rasch vorbei, der sportliche Teil des Döbele-Sportkurses hatte noch Sport, ich fuhr in der MIttagszeit heim und hoffte heimlich auf den Coopertest. Pünktlich zu Unterrichtsbeginn angekommen mussten wir noch 20 Minuten auf die Autoritätsperson warten, worüber glaub' ich niemand wirklich sauer war. Ausgezogen, umgezogen - standen wir schon auf unserer geliebten, Hartgummi-Laufbahn, wo wir uns sammelten. Vom Gruppenzwang gezwungen setzte ich mich auch hin. Ich hatte Sichtkontakt mit der Jutta, die sichtlich gut gelaunt war und meine Laune ebenfalls gut war, nachdem ich erfuhr, dass die meine "Billy Talent"-CD dabei hatte. You understand .. "Billy Talent", gell Jutta! Aber genug davon, Jessi musste über Sportverletzungen und Pech-Regeln philosophieren. Wenige Minuten später ging's an's Sprinten, dass wir so alle lieben, weil unsere Zeiten so gut sind. Und irgendwie klebte Sapse an Christopher wie die Fußfessel am Bein von Paris Hilton. Nach Sport traf sich die Südsaulgau-Elite auf der Hauptstraße und ich mittendrin.. Hinter mir die Rennrollerfahrerin Jessi, vor mir Kleinwagencruiserin Jutta - und so fuhren wir den 70er-Zonen Highway entlang, hinter einem Traktor und LKW. Irgendwie war's ganz lustig, doch viel zu erzählen gibt's dazu nicht - wollt' ich eben als Montag-Schultag-Abschluß-Fakt erwähnt haben.
Dienstag begann schon cooler, unser so-called namenloser Referendar wollte sich neben Furkan setzen und begrüßte ihn sehr formell und Furkan drehte sich nur weg und wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen, wo wir die Blicke sahen ... hättet ihr sehn solln xD - Englisch war au ganz cool, ging verspätet in einem anderen Raum los, wodurch Malek genug Zeit hatte, um seinen Taschenrechner von Zuhause zu holen. Frau Brack kam irgendwann dann auch und wir bekamen unsere Übersetzung zurück. Ich hatte 14 Punkte und Sapse lächerliche 12. Blöd war nur, dass ich 3,5 Fehler und sie 5,5 Fehler hatte - was zwei ganze Notenpunkte ausmachte. Letztendlich hat sie solange am Rock von Frau Brack rumgezerrt, bis sie kleinbei gab und ihr noch einen halben Stilpunkt für Sapses tolle Formulierungen vergab und das kleine rothaarige Mädchen glücklich zurück an ihren Platz gehen konnte, um Malek die Mega"teekanne" wegzunehmen, bevor die Batterien leer sind. Und so hatte Malek einen weiteren Grund, zu schmollen. Lustig war auch die Situation, als Tobi sich hinsetzte. In der Reihe dahinter sitzten Vivi und Otze .. .Vivi bekam ihren berüchtigten Lachanfall, der mehrere Minuten dauerte. Ganz anders der Otze - der mit einem abwegigen Blick nur noch ein "Tobi zieh dei Hos nauf, des isch nemme schee" - rausbrachte. Danach ging's an die VBRW Klassenarbeit. Tja und hier hat der Weber am Glücksrad gedreht und es blieb bei "Pech" stehen - denn er wurde erwischt, wie sein Blatt beim Ari lag. Auch dem Mähne ging's nicht besser, nachdem man sein Fahrrad geklaut hatte, wurde er ebenfalls beim schummeln erwischt - Herr Seitz sieht eben Alles. Es folgt die Mittagschule, beamen wir uns direkt in die Nachmittagszehnminutenpause, wo wir chillig in der Sonne chillten. Irgendwann fragte dann Mirielle, wo der Dominik wäre - aber der war ja schon weg - Gentleman. Also hab' ich ihr angeboten, sie heimzufahren ... Maleks Helm geschnappt und auf ging die wilde Fahrt, der 10-Minuten Countdown tickte und Mirielles Wohnstube ist schon einige Kilometer weg. Auf jeden Fall kam ich dann zu spät in den tollen Reliunterricht, ich hatte 3 Minuten verpasst, was ich auch von ganzem Herzen bereue. Aber wenn man die Möglichkeit hat, eine gute Tat zu tun - sollte man dies doch auch tun. Ist das nicht eine Botschaft, die man aus dem Religionsunterricht mitnehmen und im wahren Leben in die Tat umsetzen sollte? Auf jeden Fall hat's Herr Petrich freundlicherweise toleriert, wofür ich ihm auch sehr dankbar bin. Sein Unterricht war wieder toll, lehrreich, witzig, unterhaltsam, tiefgründig, pädagogisch wertvoll .... - ihr merkt schon, ich muss noch nachschreiben =)
Gegen Abend, genauer gesagt gegen 19 Uhr traf ich mich mit der Vivi zum Joggen. Kaum angekommen sah ich Fredy, der sympathische HandFußballer, der mich auch sofort erkannte und sich wohl wunderte, was ich denn hier soll - an einem Ort der sportlichen Leute. Kaum hab' ich den Helm runtergetan, stand auch schon meine Trainingspartnerin hinter mir. Keine Sekunde aufgewärmt, auf geht's. Und so joggten wir eine Weile, trafen die blonde Patti aus der Abschlußklasse und zum Schluß noch Malek, der im Gegensatz zu mir ganz verschwitzt war. Nachdem er uns erzählte, dass er mit seinem 50ccm Gefährt nen Unfall hatte und seine Wunde zeigte, liefen wir ein wenig später noch ein wenig weiter ...
Mittwoch ist chillig - erste Stunde frei, danach folgt Mathe und Mathe. Ich ging die Treppe hoch und sah die Guse-Girls am Fenster eines anderen Raums lachen und strahlen und trat hinein. Wie ich dann in den folgenden Minuten erfuhr, stand ein Raumwechsel an. Hätte ich nicht gewusst, aber die anderen fanden den Raum dennoch. Alle, außer Dave, Sapse und Jessi - die sich Mitten im Unterricht reinschlichen. Eine Extra-Erwähnung bekommt die Vivi, die ganz errötet Mitten in der 2. Stunde herintrat und vermeldete, dass sie verschlafen hätte. Sie setzte sich gleich zu mir, denn ich hatte links noch 5 und rechts noch 6 Plätze frei. Und jetzt, ratet mal warum. Nicht, dass ich mich irgendwo aufdrängen hätte können, nein ... es wurde mal wieder zu lustig in unserer Reihe und so mussten Benny und ich wegsitzen. Über diesen Verlust kam Malek nicht hinweg und konnte sich nicht aufs vorlesen konzentrieren ... und lies u.a. "zehn-hoch-drei" als "dreißig hoch quadrat" vor, dass er auch mehrmals wiederholte, als unser Mathechief protestierte und nachfragte. In der großen Pause kam dann Ingo her und laberte irgend n Zeug, dass ich nemme weiß. Gegen später kam noch Sapse, die erzählte, dass die coole Jutta aus Lindau ihren Motorradführerschein bestanden hätte. Die zweite Mathestunde verlief relativ ruhig, Tobi musste seine Baum-Wachstumserläuterung mehrmals wiederholen - so angetan war Herr Fuchs. Nach Mathe folgte Freistunde, Maleks Lieblingsfach. Ich fuhr Sapse heim nach Aulendorf City und fuhr über Reichenbach zurück, mein SouthSide Ticket holen. Die Fahrt verlief länger als gedacht und ich kam dann mit zügiger Fahrweise gerade noch rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn an. Deutsch war mäßig lehrreich, dafür meldete sich unser "Hausgeist" nicht mehr. Hatte da jemand kein Geld auf'm Handy? Außerdem ist Micky Maus verboten, obwohl's witzig und spritzig ist. Die Anwesenden verstehn' es. Für n paar Leute war der Tag aber noch nicht vorbei, denn FiMa stand noch an. Das war entegegen aller Erwartungen sehr schleppend und wir spielten alle nur mit den Pinnnwand-Magneten rum - lediglich die Sprüche von Herrn Aigner verbesserten die Stimmung etwas. Ihr merkt schon, der Bericht ist nicht wirklich sehr spannend geworden - und repräsentiert die bisherige Woche somit ganz gut.
Also was wird uns in den kommenden Tagen erwarten? Morgen steht die gefürchete DV-Arbeit an, Nadja hat schon ihre Frust-Tränen per ICQ an meinem frisch gewaschenem T-Shirt abgewaschen und hofft auf Verschiebung, Klassenarbeitstechnisch steht noch FiMa an, Mathe steht auf der Kippe zum Wegfallen - Physik ist es ja bereits. Am Dienstag läuft der Döbele-Kurs Coopertest, die Erwartungen sind hoch und die gesetzten Ziele noch höher. Außerdem steht's SouthSide Festival an worauf sich Anne, Jessi und Co ja schon das ganze Jahr über freuen. Und dann, ja dann kommt Hamburg. Die große Studienfahrt und die lange Busfahrt, ohne Matze und Britta, aber dafür ist Alexandra eingesprungen. Mal sehen, wie es wird - ich freu mich schon drauf. Mit so einer tollen Klasse und ein paar von den coolsten Lehrern kann's ja nur gut werden. Und mit diesem Satz möcht' ich an dieser Stelle abbrechen - ich hab' nichts mehr zu sagen =)
Veröffentlicht von Stefan am 0000-00-00

Ich brauch Esel - ich will ne Eselsbrücke zum Mond bauen!