WG13-Blog Herbsttheaterferien

Herbsttheaterferien

Wie die meisten von euch wohl mitbekommen, begab sich eine mutige Truppe von Schülerinnen und Schülern mit einem mächtigen Anführer in den heiligen Ferien in die Höhle des Löwen, um sich die Zähne am komenden Highlight des Spätherbsts, dem Dracula Theaterstück auszubeißen.

Mein kleiner Logbucheintrag beginnt am Freitag Nachmittag, in der Zeit wo ein Großteil meiner lieben, gutaussehenden Mitschüler schon Zuhause waren und sich mental auf die Ferien vorbereiteten. Aber vielleicht ist Logbucheintrag nicht passend, denn unser Kaptain und Leiter der FiMa-AG ist von den Marines zur Luftabwehr gewechselt. Denn ob ihr's glauben wollt, oder nicht, aber wir sahen unseren Lieblingslehrer der Herzen in strammer Bundeswehruniform im Bereich des Sekretariats. Zur selben Zeit waren die anderen Dramagroup-Guys damit beschäftigt, die Trennwände unseres Proberaums zu entfernen. Als ich reinkam, war zumindest ich überrascht, wie viele Leute heute da waren. Ich glaube, wir waren annährend vollzählig. Auch hatte Diplom-Techniker Dave seine PA-Anlage mitgebracht, aus der auch ordentlich Musik, fette Beatz und smoothe Grooves kamen. Zusammen mit dem vom Kaufland mitgebrachten Essen kam dann richtig chillige Stimmung auf - so stell' ich mir Ferien vor!

Nächster Tag, früh aufgestanden. Ich kam zeitgleich mit Jessi und Hannes an. Hannes textete uns dann gleich wieder zu, wie sehr Jessi doch mit ihrem Roller das Klima verschmutzt und dass er, mit seinem Auto, welches nur 4 Liter auf 100000km benötigt und dabei zwei Personen mitnehmen kann, der blaue Engel auf deutschlands Straßen sei. Mein Gott, Hannes halt. Ging' ja schon gut los, dachte zumindest ich, als ich Jessi anschaute, die wohl ähnliches dachte. Anne kam dann leider etwas verspätet, dass leider nicht das erste mal werden sollte. Herr Petrich war dann so richtig angepisst, weigerte sich seine Rolle als Luzifer zu spielen und übergab die Spielleitung der blonden Zuspätkommerin. Auf die Frage, was man nun als junger, dynamischer Lehrer macht, hatte der Christopher die Antwort: Ein Tischtennis-Set! Ich glaube, dass war wirklich der Renner, denn sie wird sich noch im Laufe der Woche bewähren. Und Herr Petrich hatte den morgen was zu tun, während wir probten. Gegen 12 Uhr läuteten dann die Mittagsglocken und wir machten uns auf, in die Fressstände des großen Bad Saulgau. Matthäus wollte auch was zu Essen, hatte aber nicht vor, mitzukommen. Also erbarmte ich mich, ihm was mitzubringen. Einen Döner. Dummerweise stellte sich dann gegen später heraus, dass der ihn doch nicht haben wollte. Aber Debbie, unsere kleine, süße Mrs. Lucie war dann so tolerant und aß die mittlerweile etwas kalt gewordene, türkische Spezialität auf.

Im Kaufland schlenderten wir dann durch die Regale. Zielstrebig kaufte ich mir meine üblichen Wecken zu schülerfreundlichen Preisen. Als ich dann noch durchs Gemüseregal lief, merkte ich, dass meine Mitschüler schon bei den Süßigkeiten sind. Kein Ding, bin ich da halt auch schnell hin. Angekommen in der Weihnachtsecke stand dann dieser grüne Nikolaus. Er war bereits aufgerissen, aber dennoch konnte ich sein Lachen erkennen, dass sich dann in mein Gesicht übertrug. Ich schaute nach rechts Richtung Daniela, die wohl den selben Zauber verspürte. Wir schauten uns an. Wir wussten genau was wir wollten. Und wir wollten es beide. Also schnappten wir uns beide ein Stück vom After-Eight-Nikolaus - was sich aber als Fehler herausstellte. Ich kramte in meinem derbsten Schimpfwörtervokabular, um den Geschmeck von diesem widerlichen Teil beschreiben zu können. Daniela ging's nicht anders. Aber das war wohl die Strafe. Aber auch Strafe kann man entgehen und ich schluckte die Schokolade nicht runter, sondern entfernte sie andersweitig. Den eckligen Nachgeschmack, der in Richtung Zartbitter mit Zahnpasta geht, könnte man als "Vorstrafe" bezeichnen. Weiter ging's dann Richtung Halloween-Abteilung, wo sich die Guse-Schwestern verlaufen hatten. Auf dem Weg dahin kamen sie mir aber schon mit frustrierten Gesichtern entgegen - so toll war's dann doch nicht.

Wir waren dann noch beim Bäcker, wo die eben erwähnten Geschwister so einiges an Geld liegen ließen. Rund fünf Euro für zwei kleine Pizzabaguette und was süßes. Hannes kam dann zu uns her und übergab mir die frischen Bananen für unseren Chief.

Nun kommt ne kurze Rückblende. Denn Herr Petrich war absichtlich angepisst. Nichts weiter als einer seiner Tricks aus der unendlichen Trickkiste, die laut Gerüchten direkt neben der Dr.House-Staffel in seinem Wohnzimmer steht. Denn wir mussten uns den ganzen morgen selbst organisieren und stellten eigene Regeln auf. Es muss wohl Zufall gewesen sein, dass wir Regeln aufstellten, die Herr Petrich schon vor einiger Zeit vorgeschlagen hatte. Nichts desto trotz klappte der Trick und wir stellten unsere Starthilfen in den Startlöchern zurecht, um einen zweiten Durchlauf zu wagen. Das klappte auch ganz gut. Der Text saß zwar noch nicht so gut wie die Frisur vom Chris, aber deswegen proben wir ja auch. Nobody's perfect. Und genau das scheint auch das Lebensmotto des etwas zersträute Professor Van Helsing zu sein, bei dem so einiges schief läuft. Aber was soll man machen, wenn die Welt der Buchstaben auf'm Kopf steht. Aber auch Patrick hat eine Rolle, die ihm förmlich auf's Leib geschneidert worden ist, auch wenn er mit damit meiner Meinung nach über'n Tisch gezogen wurde. Wer die beiden Wortwitze in dem Satz verstanden hat, darf gerne weiterlesen.

Freundlicherweise stand uns ein Raum zum Lernen zur Verfügung. Zumindest theorethisch, denn neben der Tischtennisplatte vom Chris gesellten sich auch noch ein Schachbrett, diverse Laptops und jede Menge essen dazu. Und so kam's auch zu allerhand toller Gespräche. An eines kann ich mich sehr gut erinnern. Ich redete mit der Vivi über ihre und meine Zukunft. Und wie unser Wiedersehen in 10 Jahren nach 'm Abi sein wird. Sie prophezeite mir, dass ich einen Bürojob, keine Kinder und keine Frau hab. Aber ich hätte ja die Chance gehabt, Frauen zu haben, aber ich bin schlichtweg zu anspruchsvoll. Und sie hat Mr. Right immer noch nicht gefunden und lebt auf so ner Farm mit vielen Tieren.

Der Freitag begann mit einer Überraschung, denn unsere wirklich tolle Schulleiterin Frau Graf wollte uns bei den Proben zusehen. Sie kam grad rein, als ich dabei war, mir meine Schuhe anzuziehen. Plötzlich musste ich mich richtig beeilen, denn Otzes Kampfschreie jellten schon durch den Raum. Schuh an, Schwert griffbereit - auf in den Kampf, Krieger! Wir präsentierten ihr zwei Kämpfe und unseren Maskenballtanz, die sie wohl allesamt ziemlilch beeindruckt hatten. Wie als hätte sie es geahnt, dass die Motivaton am heuten Tag nicht allzu groß ist, versuchte sie dem mit einigen wirlich schön gewählten Worten dem entgegenzuwirken. Sie sagte, dass es jetzt vielleicht zwar stressig ist, aber dass man sich in einigen Jahren kaum noch an den Unterricht erinnert, sondern viel mehr an die Sachen um den Untericht herum. Eine solche prägende und tolle Erfahrung wie die Theater-AG vergisst man wohl sein ganzes Leben nicht mehr.

Gut, Frau Graf war wieder weg, Osmanenkampf war bereits gespielt, Zeit für 'ne Stärkung. Marci und ich bündelten unsere finanziellen Reservern und so fuhr ich los, zuerst Richtung Post, um mein Päkchen mit meinem brandneuen Wacom Grafiktablett abzuholen und dann in Richtung Kaufland. Auf dem Weg dorthin hat mich Ivana gesehen, wie sie mir heute erzählte. Und ich war voll schnell. Was will man mehr, mein Ruf ist zwar im Prinzip ruiniert, aber man kann ja auch das Kind, dass in Brunnen gefallen ist, wieder retten. The Ring lässt grüßen. Im Kaufland kaufte ich so um die 15 Wecken, ne Packung Käse, deren Preis von 59 auf 99 Cent angehoben aber von Marci bezahlt wurde. Fertig war das Frühstück für eine ganze Kompanie osmanischer Krieger, schwarze Mönche und anderen sympathischen Aktören. Für den heutigen Tag war geplant, dass wir nur einen Durchlauf haben und die verbleibende Zeit mit dem Promoten unseres Stücks verbringen werden. Der Durchlauf lief nicht ganz durch, Szene 10 fiel mangels Anwesenheit der Hauptrolle aus. Das war mir gerade recht, denn ich musste noch dringend wo hin - auch wenn's letztendlich doch nicht mehr ganz gereicht hat.

Als ich dann mit gemischten Gefühlen wieder Richtung Schule fuhr, traf ich grad auf Anne, Marci und Co, die mich dann ins Auto zerrten. Wir hatten jede Menge Poster im Petto, Karten im Gepäck und den festen Willen, diese in und um Bad Saulgau zu verbreiten. Wir zogen zuerst Richtung Altshausen, wo wir dann an Kjongs Metzgerei vorbeifuhren. Dummerweise waren alle kleinen Läden wegen der Mittagspause geschlossen, also führte uns unser imaginäres Navigationssystem in die Discounter. Im Edeka dürften wir dann Plakate aufhängen, in den übrigen nicht. Großen Lob auch an die Banken, die uns fast schon zu freundlich die Plakate aus der Hand rissen und sie aufhängten. Das gilt für die Volksbank, wie auch für die Sparkasse - aber auch das kleine AOK-Büro.

Weiter ging's nach Ebersbach, wo wir dann bei Jessis Oma und so anhielten. In Aulendorf versorgten wir uns erst beim Döner. Wir boten ihm einen Deal an, den er nicht abschlagen konnte: Wir kaufen Döner für alle, dafür dürften wir Plakate aufhängen. Wir bestellten promt und rissen die alten Halloween-Poster ab und hängten dafür unsere auf. Als wir bezahlten, war ich überrasht, dass der vegetarische Döner nur 1 EUro kostete. Ich sagte ihm, dass es aber günstig wäre ... aber ihn interessierte das gar nicht. Unsere kleine Reise ging dann weiter Richtung Innenstadt und Schwabentherme, wo wir fast an Sapses Haus vorbeifuhren und wir es uns verkneifen mussten, ihr doch auch n Plakat vorbeizubringen.

Einige Zeit später ging's nach Otterswang, wo wir zuerst Dave besuchten. Anne wusste den Weg, denn sie war schon öfter beim Dave - zum Entsetzen von Jessi. Irgendwer wunderte sich dann, warum die Musik so komisch klingt. Ich konnte mir das lachen nicht verkneifen und merkte an, dass dies der Staubsauger von Daves Dad war. Als Jessi wieder zurück kam, schlug sie noch vor, bei der Burg in Otterswang vorbeizuschauen. Theorehtisch keine schlechte Idee, praktisch eine geniale Idee, wie sich herausstellte. Jessi und ich spazierten in das schicke Cafe herein und brauchten unseren Standard-Spruch mit dem Plakaten. Die Bedienung verschwand kurz, weil sie den Chef noch fragen musste. In der Zeit wunderten wir uns über die teuren Preise, welche die gut aussehnden Kuchen haben. Die Bedienung kam und sagte mit einem Lächeln auf den Lippen, dass der Chef uns gern persönlich begrüßen wolle.



FOrtsetzung folgt .... ist schon halb 1 =)

Veröffentlicht von Stefan am 2007-11-07

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