WG13-Blog Von Zensur keine Spur

Von Zensur keine Spur

"Zensur ist ein Verfahen, um durch Medien vermittelte Inhalte zu kontrollieren, unerwünschte Aussagen zu unterdrückten bzw. dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Aussgen in Umlauf kommen", heißt es in dem Nachschlagewerk Wikipedia. Da dies bereits an anderer Stelle thematisiert wurde, möchte ich nun meine Erfahrungen wiedergeben. Denn wie ihr alle wisst, betreibe ich schon seit über einem Jahr diese Webseite. Zuvor versuchte ich auf meiner alten Schule, eine ähnliche Webseite zu führen. Leider mit mäßigen Erfolg, denn den Lehrern meiner damaligen Schule war sie ein Dorn im Auge. Das war so im Jahr 2003 / 2004, als ich meine erste Digicam hatte, Fotos von meinen Mitschülern machte, den Abischerz und ähnliches dokumentierte und dazu auch kleine "Beiträge" im Stil von den jetzigen Blogeinträgen schrieb. Das passte der Schulleitung jedoch gar nicht. Nach einigen Konferenzen unter den Lehrern und unzähligen Gesprächen zwischen mir und dem Schulleiter wurde es mir untersagt, einige Sachen zu veröffentlichen, ich durfte ein halbes Jahr lang keine Fotos machen und wurde einige Male zum Nachsitzen verdonnert. Natürlich gab's auch nen Brief mit nach Hause. Einige Zeit später wurde es generell untersagt, Fotos auf dem Schulgelände zu machen. Ein Lehrer, mit dem ich gut aus kam ezählte mir dann, dass die Schulleitung es vermeiden möchte, dass irgendwelche Dinge öffentlich nach außen dringen, da diese Schule sehr im Konkurrenzkampf mit anderen Schulen stehe.

Dennoch ließ ich mich nicht von dieser schlechten Erfahrung unterkriegen und erstellte in den Winterferien 2006 / 2007 diese Webseite. Aus jetziger Sicht bin ich überrascht, dass sie so gut klappt und mir aus schulischer Sicht bisher niemand "ans Bein pinkeln" wollte. Im Gegenteil, die Seite wird allgemein akzeptiert und angenommen. Vorallem von den Schülern, aber überraschenderweise auch von den Lehrern. Die Unterstützung kommt auch nicht zu knapp: Mir fällt da spontan die Weihnachtsfeier ein. Ich wollte Fotos machen, hatte die Erlaubnis, mich frei im vorderen Bereich aufzuhalten und nach der Feier selbst fragten Herr Petrich und ich nach, ob es denn in Ordnung wäre, wenn die Fotos auf einer Webseite veröffentlicht werden. Frau Graf war total begeistert und hatte nichts dagegen, auch Frau Nuhn und andere waren sehr erfreut davon und warfen mir keine Steine in den Weg. Sie meinten sogar, ich sollte mir darum keine Sorgen machen. Und nun, setzt das mal in Relation mit der oben erwähnten Story.

Auch was die Blogs angeht, bin ich eigentlich sehr überrascht. Die eigentlich als Sprechrohr der Schüler im Schülerzeitungsstil verfassten Einträge werden, so wie ich das am Rande mitbekommen hab, auch von Eltern und Lehrern gelesen. Und obwohl dort oft einige nicht besonders vorteilhafte Dinge drinstehen, wüsste ich nicht, dass bisher jemand eins auf dem Deckel kam. So viel zum Thema Meinungsfreiheit und Menschenrechte. Andererseits profitieren auch beide Seiten davon, denn die Lehrer bekommen einen Einblick in die Gedanken der Schüler und sehen, was gut oder weniger gut läuft.

Seit letzter Woche hat diese weiße Weste einen Fleck bekommen, denn einer unserer Mitschüler veröffentlichte im Gästebuch einen kritischen Eintrag über die Weihnachtsfeier. Ich war wie gesagt selbst anwesend und bekam das Geschehen aus erster Reihe mit. Mich hat es gewundert, dass man ein solches Ereignis überhaupt kritisiert, denn meine persönliche Erwartungshaltung tendierte gegen Null. Man bezahlte keine Eintrittsgelder, die Anwesenheit war freiwillig und man sah ein Programm, dass Leute von sich aus organisiert haben und ihre Freizeit dafür opferten, um dieses auf die Beine zu stellen. Ich denke, es ist klar, dass dann nicht alles perfekt laufen kann. Aber das spielt doch ansich keine Rolle. Die Resonanz war eigentlich ausschließlich positiv, die Leute wurden gut unterhalten und gegen Ende gab's tosenden Applaus. Also warum sollte man sich denn an Kleinigkeiten aufgeilen? Man kann alles schlecht reden, wenn man will. Man kann dies auch öffentlich tun, aber wird dabei nicht die Wirkung verfehlt? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, die verantwortlichen Leute persönlich darauf anzusprechen und zusammen mit ihnen direkt die Kritikpunkt abzuklären und Lösungsvorschläge auszuarbeiten, anstatt ihnen öffentlich in den Rücken zu fallen?



Veröffentlicht von Stefan am 2008-01-12

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